Corona Empfehlungen

Monitoring und Empfehlungen

Im Auftrag des Amtes für Wirtschaft und Tourismus Graubünden (AWT) hatte die ITG hat zusammen mit seinen Branchenpartnern am 11. Mai 2020 den Auftrag für das Impulsprogramm erhalten. Seit diesem Zeitpunkt verfolgt die ITG aufmerksam die Corona-Entwicklungen in Bezug auf den Bündner Tourismus.

Mehr über das die relevantesten Bereiche und unsere Empfehlungen an die Branche lesen Sie in den untenstehenden Beiträgen!

Hier geht’s zur online-Datenbank mit über 100 Eintragungen.

BEITRÄGE

 

Bisher sind meist in Flughäfen RT-PCR-Tests im Einsatz (Reserve Transcription Polymerase Chain Reaction Test), die nachweisen, ob eine akute Infektion mit dem COVID-19 Virus vorliegt. Bis das Testergebnis vorliegt, dauert es aber 24 bis 48 Stunden. Die meisten grossen deutschen Flughäfen und einige weitere EU-Flughäfen wie z.B. Wien bieten dieses Tests an, deren Ergebnis für die Einreise in vielen Ländern zunehmend Pflicht wird. Das BAG lehnt solche Tests in Schweizer Flughäfen nach wie vor ab.

Analyse:

Bis Ende September will Roche nicht laborabhängige Covid-Schnelltests auf den Markt bringen, welche nur 15 Minuten bis zum Ergebnis brauchen. Obwohl weniger verlässlich als die PCR-Tests würde Roche damit Tests in grossen Massen ohne Laboreinrichtung ermöglichen. Schweiz Tourismus und Regionen wie Graubünden und das Wallis fordern den Einsatz bzw. die Akzeptanz von Schnelltests an Schweizer Flughäfen, damit gesunde Einreisende nicht mehr in Quarantäne müssen.

Empfehlung:

Die ITG ist überzeugt, dass für den kommenden Winter Schnelltests in Hotels zum Standard gehören müssen. Und zwar für Gäste und Mitarbeitende. Gerade der Roche-Test wird hier helfen können. Internationale Gäste sind vom Test befreit, wenn sie bei der Einreise einen PCR-Test vorgelegt oder gemacht  haben. Die Bündner Hotellerie muss sich darauf vorbereiten. Österreich testet heute schon z.B. die Mitarbeitenden in grosser Zahl. Solche Tests sind eine vertrauensbildende Massnahme für die übernachtenden Gäste. Für Tagesgäste in Skigebieten empfehlen wir den Einsatz der GraubündenMASKE gemäss dem ITG-Impulsprogramm. In geschlossenen Räumen im Winter kann mit der Durchlüftung sowie dem Einsatz von UV-Licht die Infektionsgefahr reduziert werden: NZZ_am_Sonntag_20200913

History:

Über die verschiedenen Arten von Tests und deren Aussagekraft gibt dieses Merkblatt des BAG Auskunft.

Das Maskentragen bei weniger als 1,5 m Abstand gehört als Empfehlung zu den Hygiene-Grundregeln des Bundes. Eine Tragpflicht gibt es im öffentlichen Verkehr und damit auch bei den Bergbahnen. Mittlerweile gibt das BAG aber keine Empfehlung mehr ab, welche Maske im Alltag dann wirklich wie schützt. Denn darüber streiten sich die Fachleute.

Analyse:

Das BAG empfiehlt bei weniger als 1,5 m Abstand das Tragen von Masken. National in der Schweiz gilt im öV eine Maskenpflicht. Dann entscheiden die Kantone, was bei ihnen gilt: teilweise (z.B.) im Kanton ZH auch eine Maskentragpflicht in den Läden. In den Schulen gibt es ebenfalls je nach Kanton eine unterschiedliche Praxis. Gemäss SRF-Umfrage tragen etwa je die Hälfte der Leute eine Einweg- und die andere Hälfte eine textile Stoffmaske. Das Problem der Stoffmasken: bisher enstpricht erst ein einziger Typ von 5 Schweizer Herstellern dem TESTEX-Label gemäss BAG. Oder anders ausgedrückt: praktisch alle derzeit getragenen Stoffmasken (Community-Masken) sind nicht zertifiziert. Zusätzlich spricht die öV-Vorschrift in den Nachbarländern D/A nicht von einer Maskenpflicht, sondern lediglich der Pflicht der Bedeckung von Mund und Nase. Übersetzt heisst dies z.B. für die Bergbahnen in D/A, dass ein Halstuch (Buff) als Schutz akzeptiert wird. In der Schweiz wurde diese Forderung von den Bergbahnen beim Bundesrat deponiert. Der Entscheid ist noch hängig.

Empfehlung:

Selbstverständlich setzen die touristischen Anbieter die Vorschriften des BAG um. Sei dies nun mit entsprechenden Schutzkonzepten z.B. des öV bzw. der Bergbahnen und der Handhabung der Maskenpflicht.

Bei der Kontrolle, ob der Gast auch eine Maske trägt, kann die Überprüfung der Qualität der Maske nicht den touristischen Anbietern übertragen werden. Die ITG empfiehlt ihren Partnern, bei den Kunden die Bedeckung von Mund und Nase zu kontrollieren. Eine Nichtbedeckung ist nicht zu tolerieren. Eine weitere Qualitätsprüfung ist nicht adäquat durchführbar.

History:

Das Tragen von Masken im Alltag wurde vom BAG im Lockdown zuerst als nicht notwendig bezeichnet. Inzwischen weiss man, dass diese Aussage wohl eher gemacht wurde, weil zuwenig Masken verfügbar waren, als dass sie medizinisch begründet war. Mittlerweile gilt als gesichert, dass eng anliegende Einwegmasken im Alltag einen guten Schutz für Träger und Dritte bieten. Für die wiederverwendbaren Stoffmasken (Community Masks) gibt es Empfehlungen der Covid-Task-Force des Bundes. Allerdings gibt es noch viele Unbekannte: derzeit weiss z.B. die  Empa nicht, ob die Viren beim Waschen mit 60 Grad (wie empfohlen) oder doch auch ab 30 Grad abgetötet werden. Eine gute Übersicht über die Frage, ob Einweg- oder Stoffmasken gibt dieser Artikel von SRF. Und selbstverständlich nützt das Tragen von Masken nur, wenn die Hygienebestimmungen beachtet werden. Die derzeit einzig in der Schweiz zertifizierten Community-Masken können hier bestellt werden.

Seit der Wiedereröffnung an Pfingsten beobachtet die ITG die Corona-Schutzaktivitäten im Europapark Rust. Der Park mit seinen Attraktionen, den Hotels, der Gastronomie und dem neuen Wasserpark dient sowohl den Bergbahnen als auch Destinationen in Graubünden als Anschauungsbeispiel.

Analyse:

Ende August 2020 beurteilen die Gäste die Schutzmassnahmen massiv schlechter als das Management (im Bild Eigentümer Roland Mack).

Insbesondere Stammgäste reklamieren, dass die Massnahmen nur zu Beginn konsequent durchgesetzt worden seien.

Die Gäste beachten mit Recht sehr genau, wie die angekündigten und/oder vorgeschriebenen Schutzmassnahmen umgesetzt werden. Im Europark Rust sieht man nach 3 Monaten offensichtlich klare Missachtungen: deutlich mehr als die kommunizierte Mindestanzahl von 15’000 Gästen, sehr lange Warteschlangen ohne Sicherheitsabstand, keine Leerplätze in den Bahnen, keine Desinfektion der Wagen, mangelndes Auffüllen der Desinfektionsmittel für die Kunden, kein Maskentragen der Kunden während der Bahnfahrten, zuwenig Takeawaymöglichkeiten in der Gastronomie, unfreundliches Personal. Zudem erfüllen die zwei Apps des Parks ihren Zweck offenbar nicht wirklich: das virtuelle Anstehen ist schon ab 10 Uhr morgens nicht mehr möglich, Social Distancing mit der App ist mehr Gamification als Schutzmassnahme.

Empfehlung:

Die ITG empfiehlt den Bergbahnen in Graubünden, gerade im nächsten Coronawinter die Schutzmassnahmen fortwährend sicher zu stellen, das Personal kontinuierlich zu sensibilisieren und besonderes Augenmerk auf die Engpässe der Zubringerbahnen und deren Warteräume zu richten. Auf den Beschäftigungsanlagen im Skigebiet kann mit freien Plätzen individuelles Schneevergnügen garantiert werden. Die Gäste werden noch in grösserer Zahl mit dem Auto anreisen, was ein entsprechende Parkplatzmanagement voraussetzt. Tickets sollten grundsätzlich nur online verkauft werden und die Take away-Möglichkeiten in der Berggastronomie sind auszubauen. Dort wird es wohl hoheitliche Mengenbeschränkungen geben und die Gäste werden mit dem Besuch von engen Innenräumen vorsichtig sein.

History:

Der Europark ist an Pfingsten 2020 mit einem umfassenden Schutzkonzept gestartet: 15’000 statt 50’000 Gäste, nur online-Tickets, Sicherheitsabstände bei den Warteräumen (mit einer Social Distancing App), 50% Leerplätze bei den Bahnen, Maskenpflicht im ganzen Park, Desinfektion der Anlagen, Desinfektionsmittel für die Kunden, genügend Parkplätze undeine App, welche die online-Buchung einer anderen Attraktion erlaubt, während man z.B.  bei einer anderen wartet. In der Gastronomie und der Hotellerie werden die landesüblichen Schutzkonzepte umgesetzt.

50 Prozent der 4’450 Mitarbeitenden sind in Kurzarbeit. Der wirtschaftliche Druck ist gross für den Europapark: Ende August schreibt man gerade mal eine schwarze Null. Der Park verzichtet neu auf eine zeitweise Schliessung im Winter. Der Freizeitpark ist ein gewaltiger Apparat mit hohen Fixkosten: sechs Hotels mit etwa 5800 Betten, 100 Attraktionen und ein neuer Wasserpark für rund 200 Millionen Euro  – auf 100 Hektar Land.