Corona Projekte

ITG-Impulsprogramm mit konkreten Projekten

Im Auftrag des Departements für Volkswirtschaft und Soziales (DVS) hat die ITG zusammen mit ihren Branchenpartnern am 11. Mai 2020 den Auftrag für die Entwicklung und Umsetzung eines Impulsprogramm erhalten. Am 4. August 2020 reichte die ITG den in drei Fachgruppen erarbeiteten Ergebnisbericht mit konkreten Projektanträgen bereits für die nächste Wintersaison ein.

BEITRÄGE

Die Bündner Gastronomie wird im nächsten Winter aufgrund Corona mit eingeschränkten Platzverhältnissen konfrontiert sein, welche eine ökonomischen Betrieb erschweren. Zudem muss die Gästeidentifikation gewährleistet sein.

Unter Mitwirkung von GastroGraubünden hat die ITG darum das Projekt digitale Tischreservation entwickelt. Es hat zum ambitionierten Ziel, ein Viertel der Bündner Gastronomiebetriebe mit einem digitalen Tischreservationssystem auszurüsten, das mehrere Tischbelegungen in Schichten und die Gästeidentifikation erlaubt.

Für die digitale Tischreservation können die Gastronomen unter den zwei Anbietern Aleno und Lunchgate auswählen, die sich mittels Schnittstelle in viele gängigen Systeme einbinden lassen. Der Kanton hat einen Beitrag gestützt auf das Wirtschaftsentwicklungsgesetz in Aussicht gestellt. GastroGraubünden realisiert derzeit das Projekt mangiar. Mehr zur Umsetzung lesen Sie hier.

Die Sicherstellung eines reibungslosen, sicheren und bequemen Betriebs im Winter steht für den Verband Bergbahnen Graubünden (BBGR) trotz anhaltender Maskenpflicht an oberster Stelle. Daher wurden im Rahmen des Impulsprogramms Tourismus Möglichkeiten geprüft, wie eine neue Generation von wintertauglichen Gesichtsmasken in Graubünden breit lanciert werden können.

Zusammen mit den Jungunternehmern Muntagnard aus Domat/Ems wurde eine zertifizierte, multifunktionelle, (atmungsaktiv, wasserabweisend) Outdoor-Schutzmaske entwickelt, welche im Winter eine einfache Handhabung ermöglicht. Die Zertifizierung als Community-Maske entspricht der Empfehlung der Swiss National Covid Task Force (eingesetzt durch das BAG) und ist mit einem zusätzlichen HeiQ ViroBlock beschichtet. Die Maske besticht durch ihren hohen Schutzfaktor und der Multifunktionalität. Das gewählte Material ist ultraleicht, robust und trocknet schnell, mehrfach waschbar bei 60 Grad und somit langlebig.

Der Verband BBGR überlässt es seinen Mitgliederunternehmen, entsprechende Bestellungen zu tätigen. Der Verband hat sich auf nationaler Ebene dafür eingesetzt, dass in allen Alpenländern dieselben Standards und Restriktionen in Bezug auf das Tragen von Schutzmasken herrscht. Geht der Bund auf diese Forderungen ein, würde allenfalls ein einfacher Nasen-Mundschutz in Form eines Stoffbuffs ausreichen.

Die ITG hat 7’500 Capricorn Schutzmasken in Auftrag geben. Skischulen, Skiclubs und weitere Leistungsträger können Bestellungen per Mail an contact@itgr.ch tätigen.  Weitere Informationen zur Winter Schutzmaske finden Sie hier

 

Zur Akquisition und dem termingerechten «onboarden» der Leistungsträger für die Impulsmassnahmen hat die ITG eine Präventions-Roadshow durch rund 10 Destinationen in Graubünden vorgeschlagen. Die aufmerksam verfolgten Entwicklungen beispielsweise im Europapark Rust haben gezeigt, dass flexibel auf die Entwicklungen reagiert werden muss und Schutzmassnahmen konsequent umgesetzt werden müssen, da der Gast sehr sensitiv reagiert.

Um die Leistungsträger diesbezüglich zu sensibilisieren hat die ITG empfohlen, die Roadshow in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Graubünden durchzuführen, welches seinerseits auf die Einhaltung der Schutzkonzepte aufmerksam machen kann sowie die Prozesse bei positiven Covid-Fällen erläutert. Der Kanton ist bereit, eine Präventions-Roadshow finanziell zu unterstützen, wenn ein entsprechendes Detailkonzept vorliegt und GastroGraubünden an einer Akquisitionsroadshow für die digitale Tischreservation interessiert ist. Die ITG hat in Zusammenarbeit mit GastroGraubünden ein Konzept erarbeitet und eingereicht. Der Kanton hat per 24.09.20 der ITG den Auftrag erteilt, die Koordination für die Präventions-Roadshow unter Mitwirkung des Gesundheitsamtes Graubünden zu übernehmen.Hier gibt es mehr Informationen zur Roadshow und den wichtigsten Erkenntnissen.

 

Die ITG hat sich in den letzten Wochen zusammen mit der Insurance Broking und Consulting AG (IBC) sowie Hotelleriesuisse Graubünden intensiv mit der Einrichtung einer kombinierten Annullationsversicherung für den Hotelgast und einer Ausfallversicherung für den Hotelier beschäftigt.

Geprüft wurde eine sogenannte Pool-Lösung mittels eines Captive-Account bei einer Schweizer Versicherung. Teile des versicherten Risikos (Anteilige Prämie und Schadenszahlungen) werden beim Captive Account auf ein separates (beim Versicherer geführtes) Konto gebucht. 60 Prozent der Bündner Hotellogiernächte im nächsten Winter hätten mit einer Prämie für den Hotelier im einstelligen Frankenbereich gegen einen lokalen Lockdown versichert werden sollen. Wenn möglichst viele bezahlen, könnte im Einzelfall mit dem Pool geholfen werden.

Der Gast hätte gleichzeitig für Direktbuchungen bei Anzahlung von 50 Prozent von einem all-inclusive- Annullationsschutz bis 24 Stunden vor Ankunft beim Hotel sowie bei allfälliger Quarantäne von einer Deckung der Kosten profitiert.

Obwohl der Kanton Graubünden im Rahmen einer Public- Private-Partnership (PPP) sein Interesse manifestierte, konnte bisher trotz erheblicher, auch internationaler Bemühungen, kein Rückversicherer gefunden werden. Dieser müsste das Risiko abdecken, wenn die tatsächlichen Annullationsraten höher ausfallen als angenommenen.

Die ITG wartet nun gespannt den Bericht des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) ab, welcher bis Ende September dem Bund Möglichkeiten einer PPP vorschlagen soll.

 

Die Coronakrise hat aufgezeigt, dass die neuen Herausforderungen die Kooperationsbereitschaft unter den Tourismusorganisationen und deren Partner nochmals erhöht hat. Der Zeitpunkt ist gekommen, um gemeinsame (Digitalisierungs-)Projekte voranzutreiben. Die Destinationen sind bereit, ihre Digitalisierungsstrategien zu entwickeln, professionelles Kundendata-Management zu betreiben und segmentsübergreifende Eco-Systeme umzusetzen.

Als erster Schritt wird Orientierung in Form einer Auslegeordnung der bestehenden Systeme geschaffen. Es geht darum, den Destinationen und Leistungsträgern einen «Kompass» in Form einer Planungssicherheit für ihre künftigen Investitionen in die Digitalisierung zu geben. Der Kanton ist bereit, die Erarbeitung einer Auslegeordnung zu finanzieren. Als Trägerin des Projektes zeichnet sich die ITG verantwortlich, welche durch einen Lenkungsausschuss mit Vertretern der Destinationen und des AWT unterstützt wird.

 

Als langfristiges Projekt und Investition in die Zukunft strebt die ITG die Lancierung eines Strukturentwicklungsprogramms an.

Das sind die Ziele:

  1. Erarbeitung eines Mehrpunkteplans mit langfristiger Ausrichtung, der branchenspezifische
    Chancen aufnimmt und in konkrete Massnahmenvorschläge überführt.
  2. Fokus auf Massnahmen, die zu einer Verbesserung der Branchenstruktur führen und die
    Resilienz und die Wettbewerbsfähigkeit des Bündner Tourismus nachhaltig verbessern.
  3. Die Programmpunkte sind nicht an die Leistungsträger gerichtet, sondern an die
    übergeordnete Ebene, zumeist die öffentliche Hand oder Branchenverbände.

Das ist das Vorgehen:

Aufgrund der Krisensituation besteht aktuell mehr Bereitschaft für Reformideen. Dieses Zeitfenster möchte die ITG nutzen. Ein erster Workshop mit möglichen Reformideen hat stattgefunden. Der ITG-Vorstand wird an einer Sitzung im Oktober diese Ideen eingehend diskutieren. An einem zweiten Workshop im November werden die Meinungen aus der Vernehmlassungsrunde verifiziert, verdichtet und in einen Mehrpunkteplan konsolidiert. Dieser wird wiederum eine  Vernehmlassungsrunde durchlaufen.