Corona Empfehlungen

Der Europapark Rust als Lernbeispiel

Seit der Wiedereröffnung an Pfingsten beobachtet die ITG die Corona-Schutzaktivitäten im Europapark Rust. Der Park mit seinen Attraktionen, den Hotels, der Gastronomie und dem neuen Wasserpark dient sowohl den Bergbahnen als auch Destinationen in Graubünden als Anschauungsbeispiel.

Analyse:

Ende August 2020 beurteilen die Gäste die Schutzmassnahmen massiv schlechter als das Management (im Bild Eigentümer Roland Mack).

Insbesondere Stammgäste reklamieren, dass die Massnahmen nur zu Beginn konsequent durchgesetzt worden seien.

Die Gäste beachten mit Recht sehr genau, wie die angekündigten und/oder vorgeschriebenen Schutzmassnahmen umgesetzt werden. Im Europark Rust sieht man nach 3 Monaten offensichtlich klare Missachtungen: deutlich mehr als die kommunizierte Mindestanzahl von 15’000 Gästen, sehr lange Warteschlangen ohne Sicherheitsabstand, keine Leerplätze in den Bahnen, keine Desinfektion der Wagen, mangelndes Auffüllen der Desinfektionsmittel für die Kunden, kein Maskentragen der Kunden während der Bahnfahrten, zuwenig Takeawaymöglichkeiten in der Gastronomie, unfreundliches Personal. Zudem erfüllen die zwei Apps des Parks ihren Zweck offenbar nicht wirklich: das virtuelle Anstehen ist schon ab 10 Uhr morgens nicht mehr möglich, Social Distancing mit der App ist mehr Gamification als Schutzmassnahme.

Empfehlung:

Die ITG empfiehlt den Bergbahnen in Graubünden, gerade im nächsten Coronawinter die Schutzmassnahmen fortwährend sicher zu stellen, das Personal kontinuierlich zu sensibilisieren und besonderes Augenmerk auf die Engpässe der Zubringerbahnen und deren Warteräume zu richten. Auf den Beschäftigungsanlagen im Skigebiet kann mit freien Plätzen individuelles Schneevergnügen garantiert werden. Die Gäste werden noch in grösserer Zahl mit dem Auto anreisen, was ein entsprechende Parkplatzmanagement voraussetzt. Tickets sollten grundsätzlich nur online verkauft werden und die Take away-Möglichkeiten in der Berggastronomie sind auszubauen. Dort wird es wohl hoheitliche Mengenbeschränkungen geben und die Gäste werden mit dem Besuch von engen Innenräumen vorsichtig sein.

History:

Der Europark ist an Pfingsten 2020 mit einem umfassenden Schutzkonzept gestartet: 15’000 statt 50’000 Gäste, nur online-Tickets, Sicherheitsabstände bei den Warteräumen (mit einer Social Distancing App), 50% Leerplätze bei den Bahnen, Maskenpflicht im ganzen Park, Desinfektion der Anlagen, Desinfektionsmittel für die Kunden, genügend Parkplätze undeine App, welche die online-Buchung einer anderen Attraktion erlaubt, während man z.B.  bei einer anderen wartet. In der Gastronomie und der Hotellerie werden die landesüblichen Schutzkonzepte umgesetzt.

50 Prozent der 4’450 Mitarbeitenden sind in Kurzarbeit. Der wirtschaftliche Druck ist gross für den Europapark: Ende August schreibt man gerade mal eine schwarze Null. Der Park verzichtet neu auf eine zeitweise Schliessung im Winter. Der Freizeitpark ist ein gewaltiger Apparat mit hohen Fixkosten: sechs Hotels mit etwa 5800 Betten, 100 Attraktionen und ein neuer Wasserpark für rund 200 Millionen Euro  – auf 100 Hektar Land.

 

 

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